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Schneefrau demonstriert in Glarus für Klimagerechtigkeit


Dieses Wochenende ist die Schneefrau im Volksgarten Glarus auf die Bühne getreten mit einem Anliegen, das die Klimabewegung seit ihren Anfängen – und seit einem Jahr noch verstärkt – beschäftigt.


Zur Überwindung der aktuellen Pandemie braucht es die Solidarität der Generationen. Die Solidarität – der jüngeren gegenüber der älteren Generation – bei der Coronakrise muss sich auch bei der Klimakrise einstellen – von der älteren gegenüber der jüngeren Generation. Die Klimakrise betrifft junge Menschen und künftige Generationen besonders. Damit diese auch in Zukunft eine Lebensgrundlage haben, braucht es heute Handlungen. An der Schaffung eines enkeltauglichen Klimas müssen sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit voller Kraft beteiligen und zielgerichtet handeln. Dazu gehören Massnahmen wie ein wirksames Energiegesetz, CO2-neutrale Produktionsweisen in der Glarner Industrie, beim Gewerbe und der Landwirtschaft sowie klimafreundliches Konsum- und Mobilitätsverhalten.

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JahresRückblick 2020

Trotz Pandemie war die Klimabewegung auch im Jahr 2020 aktiv. Im ersten Quartal erschien der Bericht „Visionen für ein klimaneutrales Glarnerland“, welcher unser Regierungsrat Kaspar Becker zum Bundeshaus in Bern weiterleitete. In der Zwischenzeit löste die Klimabewegung das Wahlversprechen aus den Ständeratswahlen ein und pflanzte für die 252 Stimmen mehr als 1100 Jungbäume in Glarus Süd. Im Mai fand ein zweitägiger Workshop mit Walter Steinmann und verschiedenen Glarner Experten und Schlüsselpersonen statt, um die Visionen für ein klimaneutrales Glarnerland zu konkretisieren.

Nebst einem Austausch in Bern zusammen mit den Bundesämtern für Energie und öffentlichen Verkehr sowie Professor Thomas Stocker und Kaspar Becker widmete sich die Klimabewegung in der zweiten Hälfte der Schaffung nachhaltiger, internen Strukturen und gründete am 23. Oktober 2020 den Verein KlimaGlarus.ch.

Infovideo zur KFN

Am 27. November stimmt die Gemeindeversammlung Glarus über die Überbauungspläne der Kalkfabrik Netstal (KFN) ab. Während das Stimmvolk in Gemeinden anderer Schweizer Kantone selbstverständlich an vergleichbaren Geschäften mitbestimmt, war in Glarus ein fakultatives Referendum nötig. Ende August haben 391 Stimmbürger*innen dieses auf Initiative eines Landrats ergriffen. Die Reduktion der Treibhausgase und die Meinungsbildung stehen für die Klimabewegung im Vordergrund – sie gibt deshalb keine Parole für die Gemeindeversammlung heraus, schliesst aber Informationslücken. Diese Informationslücke füllen wir nun mit unserem Infovideo.

Baumpflanzaktion am 24.Okt.

Das Versprechen aus der letztjährigen Ständeratswahl eine Klimawahl zu machen, haben wir eingelöst. Für jede “Lisa” Stimme einen Baum zu pflanzen haben wir bereits im April, als wir über 1000 Jungbäume in Glarus Süd gepflanzt haben, gemacht. Durch die Trockenheit konnten wir nicht alle Bäume pflanzen.

Nun ist das Setzen von Bäumen wieder möglich und wir konnten am 24.Okt 7 Eichen in Glarus Süd pflanzen.

Am 4. September fanden schweizweit Aktionen für die Eindämmung der Klimakrise statt:

Auch die Klimabewegung Glarus hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Auf dem Rathausplatz löffelte sie gemeinsam die Klimasuppe aus – im wahrsten Sinne des Wortes.

«Die Suppe kocht – wir auch!»

Unsere Aktion sollte darauf aufmerksam machen, gemeinsam Lösungen zu finden. Dazu Lisa Hämmerli: «Wir sind uns bewusst, dass frühere Generationen verantwortlich für die Klimakrise sind. Aber es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, endlich gemeinsam zu handeln.» So trafen sich Jung und Alt vor dem Glarner Rathaus und löffelten gemeinsam die Klimasuppe aus, die übrigens lecker war. «Man sagte mir, sie sei aus Molliser Tomaten – ich konnte aber auch Chilis schmecken», freut sich ein Besucher über die kulinarische Überraschung. Auch der Glarner Ständerat Mathias Zopfi war vor Ort: «Ich unterstütze diese Aktion, weil sie auf sympathische Weise auf eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit aufmerksam macht.»

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Glarner Regierungsrat Kaspar Becker über die Klimakrise:

Kaspar Becker äusserte sich am 19. August 2020 in der Aula der Kantonsschule Glarus zur Klimaveränderung und spricht das aus, was die Klimabewegung schon über einem Jahr fordert. Es muss jetzt gehandelt werden – nicht erst morgen oder übermorgen. Wir haben schon fünf nach zwölf.

Aktionswoche Klimastreik Schweiz

Für diesen Herbst hat der Klimastreik Schweiz grosse Pläne. Vom 20. bis zum 25. September 2020 beginnt die nächste Phase seines Masterplans. Aus diesem Anlass veröffentlicht die Glarner Regionalgruppe ihre «Ideen und Visionen für ein klimaneutrales Glarnerland»?, die an einem Workshop am Stefanstag 2019 entstanden sind und inzwischen in Bundesbern die Runde machen. Auch der Bericht des Workshops mit Walter Steinmann, dem ehemaligen Direktor des Bundesamts für Energie, vom 11. und 12. Juni 2020 ist öffentlich zugänglich. Die Darstellungen von Leo Kühne sind ein kleiner Vorgeschmack.

Erstes Klimatreffen nach den Corona-Lockerungen

Der Fokus lag am 18. Juli 2020 auf der Ausarbeitung und Priorisierung der gesammelten Ideen aus dem Workshop mit Dr. Walter Steinmann, dem ehemaligen Direktor des Bundesamts für Energie. Es war der erste Anlass für den frischgebackenen Leiter des neuen Glarner Klima-Büros.

Der Einladung der Klimabewegung Glarus folgten 26 motivierte Glarnerinnen und Glarner. Sie alle trafen sich im Güterschuppen, um gemeinsam Ideen zu besprechen, die den Kanton Glarus so schnell wie möglich klimaneutral machen. Einerseits wurden bereits gesammelte Ideen vertieft und andererseits neue Ideen aufgenommen.

Bild: Jarryd Lowder

Junge Leitung des ersten Glarner Klima-Büros

Obwohl der Landrat die Chance verpasst hat, eine kantonale Klimaschutzstelle zu schaffen, wurde am 1. Juli 2020 das erste Klima-Büro in Glarus eröffnet.

Kaj Weibel leitet das erste Glarner Klima-Büro und ist hoch motiviert: «Mit der Klima-Neutralität kann der Kanton Glarus an seinen früheren Ruf anknüpfen und Pionierarbeit leisten.»

Challenge for Future

Aus dem «Strike for Future» wurde am 15. Mai 2020 die «Challenge for Future». Die Coronakrise erforderte besondere Kreativität. Auf dem Rathausplatz Glarus entstand eine stille Installation zur Klimakrise. Statt Teil des Publikums zu sein, konnten sich die Menschen mit ihren Schuhen und persönlichen Botschaften an die Glarner Klimapolitik stellvertreten lassen. Wir danken der Staatskanzlei für die Bereitstellung des Rathausplatzes.

Unser fünf zentralen Botschaften an die Glarner Klimapolitik lauteten und lauten:

Solidarität der Generationen bewältigt Krisen

Transparenz macht Notstand deutlich

Heisses Pflaster Glarnerland – heute 2, morgen 4

CO2 bewirtschaften – nachhaltig wirtschaften

Gemeinsam Berge versetzen – Klimaneutralität für das Glarnerland

Bäume für die Zukunft

Bei den Glarner Ständeratswahlen vom 20. Oktober 2019 hat Lisa Hämmerli 242 Stimmen erhalten. Die Klimabewegung Glarus hat ihr Wahlversprechen eingelöst und für jede Stimme einen Baum gesetzt. Bei der Baumpflanzaktion am 18. April 2020 wurden sogar 1100 Bäume in zwei Waldstücken oberhalb von Schwanden, Glarus Süd. Weitere Informationen zur Aktion gibt es auf der Glarner Agenda.

Info-Anlass verpasst?

Der gesamte Anlass «Klimakrise - Fakt oder Angstmacherei» steht als Video bereit. Vortrag von Prof. Thomas Stocker zum Thema Klimawandel mit anschliessender Podiumsdiskussion mit

  • Sofie Ellinger (Schülerin)

  • Thomas Hefti (FDP)

  • Werner Hösli (SVP)

  • Martin Landolt (BDP)

  • Mathias Zopfi (Grüne)

  • und Thomas Stocker (Professor Uni Bern)